Walthari
 
 

Erinnerte Texte



 
22. Januar 2018
   
Belegentsorgung im Walthari-Archiv
Von Univ.-Prof. Dr. E. Dauenhauer
 
Die Ansammlung gedruckter Dokumente, die als Belege von Walthari-Texten dienen, muß von Zeit zu Zeit durchforstet und teilweise entsorgt werden.
 
Das Europa-Archiv: Es umfaßt rund zweihundert Dokumente: Zeitungsartikel, wissenschaftliche Beiträge, Rezensionen, Gerichtsurteile usw. Über neunzig Prozent der Texte kritisieren die gängige Europa-Politik als Sachgasse, als bürgerfernes Elitenprojekt, Illusionstheater usw. Im Mittelpunkt steht ein ›Europa der Vaterländer‹, das von zentralistischen Machtpolitikern bis heute angegriffen wird. Die Verteidiger haben die besseren Argumente und Beistände, so das  Max-Planck-Institut. Ehemalige deutsche Zentralbanker sprechen von »endloser Posse«, »Gaunerstück« und »dreister Illegalität«. Die Gerichte in Luxemburg und Karlsruhe führen juristische Feigheitstänze auf. Daß trotz der überwältigenden Ablehnung der politische Fahrplan in die Irre lief, liegt am Parteiensystem. Bei direkter Demokratie wäre der Spuk über Nacht beendete. Im Walthari-Portal sind seit der letzten Jahrtausendwende zahlreiche kritische Artikel erschienen.
 
Das Euro-Archiv: Noch umfangreicher erweist sich das Archiv über die Gemeinschaftswährung. Überwältigend die kritischen Texte, kein Wunder, wenn man die abenteuerliche Rechtsverachtung der EZB (mit ihren Anleihekäufern, Zinspolitik und Target-Transfers) in Rechnung stellt. Im Euro-Mechanismus haftet Deutschland für marode Mitgliedsstaaten aktuell bis zu einer Billion Euro (Target und ESM). Weil die EZB so unabhängig gemacht wurde wie die Justiz, kann sie sich Ausbeutungspraktiken erlauben. Der Euro hat Europa gespalten und dem Elitenschacher Tür und Tor geöffnet.
 
Das Islam-Archiv: Die gesammelten Dokumente sprechen eine klare Sprache: In Europa haben sich, seit der Islam sich hierzulande auf Millionen seiner Anhänger stützen kann, ideologische und auch blutige Schlachtfelder ergeben. Die Meinungsvielfalt reicht von orthodoxen Verteidigern und Beschwichtigern bis zu scharfen Ablehnungen nicht nur der Gewalttagen, sondern auch des Islam generell. Seit ein indonesischer Islamgelehrter eingestand, daß Terrorismus und Islam (generell) zusammenhängen (vgl. FAZ vom 19. August 2017, S. 11), sind wichtige Bastionen der Verteidiger im Namen der Religionsfreiheit zusammengebrochen und geben den Blick frei auf die Realitäten: auf den islamischen imperialistischen Impetus seit den Anfängen, auf die Gewaltsuren, auf die Rolle der Frau, die tödliche Verachtung von ›Ungläubigen‹ usw. In keinem islamischen Staat der Welt herrscht Demokratie. »Der Vorwurf der Islamphobie macht Islamkritik unmöglich«, titelte die NZZ vom 24. April 2017, S. 17) und beschreibt damit eine Meinungswende, die aber bei den meisten Medien noch nicht so weit geht, die imperialistische Praxis und orthodoxe Theorie auf folgende Fragen hin nüchtern zu überprüfen:
-         Ist die koranische Lehre als Gotteswort überhaupt revidierbar?
-         Warum hat es noch kein islamisch geprägter Staat zur Demokratie, zu Menschenrechten, zur Gewaltenteilung usw. geschafft?
-         Was wird aus westlichen Demokratien unter dem wachsenden islamischen Bevölkerungsanteil?
-         Wie werden hierzulande Richter islamischen Glaubens urteilen?
Im ›Philosophischen Literaturanzeiger‹, Heft 3/2017, werden darauf klare Antworten gegeben, so mit dem Hinweis, daß der Koran aus Haß eine Tugend mache und aus Krieg einen Gottesdienst. Wenn auch die Mehrheit der Muslime den Koran nicht wörtlich nimmt, seine negativen Potenzen (es gibt natürlich auch positive) können jederzeit ausbrechen, wie die zahlreichen Terroranschläge im Westen belegen. Im Walthari-Portal erscheint eine islamkritische Artikelserie seit 2001 unter dem Titel ›Den Koran beim Wort und die Mullhas ernst nehmen‹. Von Anfang an wird darin Klartext geschrieben, schon  in Jahren, als in den Medien und Parteien eine Islamverharmlosung, ja Islambegeisterung vorherrschte (man denke an den Satz eines Bundespräsidenten: »Der Islam gehört zu Deutschland«). Erst die schrillen Erdogan-Votierungen von in Deutschland lebenden türkischen Muslimen führte zur Ernüchterung. Dennoch gehören auch diese Muslime, soweit sie deutsche Staatsbürger sind, zu Deutschland, nicht aber die Gewaltpotenzen im Koran. Der daraus sich ergebende Konflikt scheint unauflöslich und wird daher medial und politisch schöngeredet. Noch am 20. Dezember 2016 titelte die NZZ ›Die islamistische Gefahr‹, sieht aber die Gewaltpotenzen nicht im Islam selber verortet. Eine Vorschrift des Grundgesetzes (Artikel 140 i. V. m. Artikel 137 Abs. 1) lautet: »Es besteht keine Staatskirche«, doch der Islam strebt aber genau diese an (vgl. u.a. die ›Kairoer Erklärung‹). Der Islam ist in Demokratien schon rechtlich nicht konfliktfrei verortbar.  47 Prozent der hierzulande befragten Muslime halten »die Befolgung der Islam-Gebote für wichtiger als die deutschen Gesetze« (in: ›Forschung & Lehre‹, Heft 11/2016, S. 971). Nur wenige Journalisten und Islam-Wissenschaftler wagen es, auf die harten Kernfakten hinzuweisen oder gar nüchterne Hochrechnungen anzustellen, aus denen infolge unterschiedlicher Geburtenraten islamische Mehrheiten entstehen werden.
 
Das Rechts-Archiv: Deutschland ist eine Republik der Juristen (neben der Judikative auch in der Legislative und Exekutive). Die Bedeutung des Rechts leidet unter gelegentlich krassen Fehlurteilen und unter dem Mißverhältnis von Legalität und Legitimität. Dadurch werden Urteile, Gesetze, Verordnungen usw. allzuoft abschätzig hingenommen, woraus kein Rechtsvertrauen wachsen kann. Das reichlich gesammelte Material im Walthari-Archiv legt davon Zeugnis ab: Basarjustiz besonders im Strafrecht, Zeitgeisturteile von höchsten Gerichten (so in Sachen Euro), Fehlurteile (so bei Gustl Mollath u.a.), Demonstrationsurteile zur Abschreckung (d. h. ein Strafmaß über die Causa hinaus), illegale Rechtsfortschreibung (Richterrecht), Parochialsilence-Taktik, Rechtsanmaßung (im Falle Gurlitt), Idolennachlaß (im Falle Hoeneß), Zeitgeist-Urteile (nach gesellschaftlichem Wandel, so im Familienrecht), grob fehlerhafte Indizienurteile (so bei Harry Wörz) usw. Schlagworte dominieren: ›Dunkelkammer des Rechts‹ (SZ, Nr. 131/2013), ›Furchtbare Juristen‹ (Die Welt, 12. Juni 2013), ›Justiz als Novaleurs‹ (NZZ, Nr. 149/2013), ›Im Tal der Tränen‹ (FAZ, Nr. 79/2014). »Eigene Fehler zu korrigieren… ist in der Justiz und in ihrer politischen Spitze… unterentwickelt« (FAZ, Nr. 17´0/2013).  Ein Bundesrichter (Thomas Fischer) sagt im Spiegel (Nr. 31/2013), daß der BGH-Richter Urteile fälle, »ohne die Akten gelesen zu haben«. »Welche Rechtsverletzungen Richter auch immer begehen mögen, ihnen droht kein Tadel« (Zeitschrift für Anwaltspraxis, Jg. 2005, S. 49). Im Roman ›Gerichtsasche‹ (Walthari Verlag, 66981 Münchweiler) wird poetisch…
© Walthari®  Aus: www.walthari.com
 
 



21. Februar 2017
 
Wiedergelesen und bestätigt
 
8. November 2008
 
Deutsche Jubelaltärchen zum Obamakult
Von Univ.-Prof. Dr. E. Dauenhauer
 
In den letzten Tagen hätte man in Deutschland glauben können, das Land sei einer der Gliedstaaten der USA. Waren schon die Zehntausende in Berlin, die vor Wochen der dortigen Wahlrede Barack Obamas zujubelten, als sei er als Heilsbringer ein Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten (vgl. die Glosse in diesem Walthari-Portal), so zelebrierten hierzulande seine Verehrer anläßlich der Präsidentenwahl in den USA einen Obamakult, der religiöse Züge annahm. Deutsche Fernsehsender lieferten dazu in der Nacht nach der Wahl die Medienliturgie. Um 3.49 Uhr brachte der ARD-Korrespondent Claus Kleber sein schon stundenwährendes Glücksgefühl zum Ausdruck. Das mediale Rauschen erreichte in der ›Zeit‹ vom 6. November 2008 den Höhepunkt: Die ersten vier Seiten dieses großformatigen Blattes, dessen einstiger Chefredakteur vor und bei der Wiedervereinigung eine so trennungsverliebte Figur gemacht hatte, reservierten die Hamburger dem politischen Erlöser aus den USA. Weihrauch allerorten, von Flensburg bis Regensburg, von Mainz (ZDF) bis Hamburg (ARD). Lobgeschmückte Altärchen soweit das Auge reichte. Wird Obamas Konterfei demnächst auch in deutschen Amtsstuben hängen? In manchen Redaktionsstuben schaut die dunkelhäutige Ikone wohlwollend lächelnd auf die Textmaschinen.
 
Dabei würde sich ein genaueres Hinschauen, Lesen und Hören durchaus lohnen. Schon die Analyse der Berliner Obamarede ergab: eingeübte Allgemeinplätze und Klischees umknäuelten das wenige Authentische und Originale. Von einer amerikanischen Wahlrede auf deutschem Boden war nicht mehr zu erwarten. Aufschlußreicher liest sich Obamas Chicagorede nach der Wahlnacht. Dort heißt es u.a.: »Wenn es da draußen irgend jemand gibt, der noch zweifelt, dass Amerika ein Ort ist, wo alles möglich ist, der sich noch fragt, ob der Traum unserer Gründer heute lebendig ist, der die Stärke unserer Demokratie in Frage stellt, er hat heute eine Antwort bekommen.« Amerika als ein »Ort, wo alles möglich ist«, fungiert hier nicht mehr als Floskel in einer Wahlrede, es handelt sich um den Leitsatz in der Siegesrede. Diese visionäre Gesinnung paßt zum Erlöserimage, sollte aber den historischen Kosten und den zu erwartenden Risiken gegengerechnet werden. Das Ergebnis verspricht wenig Erfreuliches, wenn man nüchtern analysiert. Denn trotz aller in der Siegesrede zugestandenen Schwierigkeiten ist zu befürchten, daß unter der abgehobenen Vision die Realitäten falsch eingeschätzt werden. Visionäre haben in der Geschichte die verheerendsten Schäden hinterlassen, nicht nur im Falle Napoleons. Der Ablauf gleicht sich in allen Fällen aufs Haar: (1) Kultisch übersteigerte Begeisterung und Verehrung am Anfang, (2) überzogene Erwartungen, (3) ›historische‹ Ausgriffe und Übergriffe und (4) schließlich Implosion mit epochalen Schäden.
 
Obama wird kultisch verehrt, daran besteht kein Zweifel. Man stellt an ihn Erwartungen, die er nicht erfüllen kann, denn Politik ist keine religiöse, sondern eine pragmatische Angelegenheit, die geduldig, nüchtern und meist nur in kleinen Schritten voranzubringen ist. Visionäre gehören ins religiöses Fach. In der Politik rechnen sie zu den Risikokandidaten.
 
Die ersten beiden Stationen des immer gleichen politischen Visionsgeschäfts sind bei Obama bereits Realität. Auch deutsche Kultanhänger haben ihr Scherflein dazu beigetragen. Man darf gespannt sein, wie es weitergeht. Mit ›historischen‹ Ausgriffen und Übergriffen ist man in den USA, als globale Supermacht, durchaus schon vertraut. Sie unter Obama künftig auszuschließen paßt nicht zu dem enormen Erwartungsdruck, der nicht allein binnenamerikanisch nach Ventilen sucht und suchen kann. Allein schon in den Fällen der Finanzkrise und der bestehenden kriegerischen Verwicklungen existieren Probleme, die auf visionärer Ebene nur unter höchster Implosionsgefahr zu lösen sein werden. Mal sehen, wie die Wendemanöver in der ›Zeit‹ und in den anderen Jubelmedien ausfallen werden. Denn heute schon kann man sagen: Ob visionär oder pragmatisch, hinter dem Problemberg wartet die Ernüchterung. Und mit dieser können sich Visionäre am wenigsten anfreunden.
Copyleft nur unter Angabe der Quelle: www.walthari.com
 
 
 
21. Februar 2017
 
›Obama wird scheitern‹ lautete der Tenor
des ersten Walthari-Eintrags vom 8. November 2008

Ein Rückblick ‒
 
Zu diesem Schluß kam ich, als ich den Text der ersten Obama-Rede las. Der von den Medien und von seinen Anhängern euphorisch gefeierte, neue US-Präsident bot ein rhetorisch geschickt inszeniertes Blendwerk voller unerfüllbarer Visionen. Er beschallte den öffentlichen Raum weltweit mit einem Illusionswerk. Man mußte wahrlich kein Hellseher sein, um seine Bauchlandung vorherzusehen. Denn Politik besteht weitgehend aus harter Kärrnerarbeit, um die vielen Stellschrauben und die hartnäckigen Fakten und Widerstände wenigstens etwas in die gewünschte Richtung zu bewegen. Visionäre suchen dieses politische Geschäft großgestisch zu überspielen. Hier einige Fakten:
-       Unter Obama sind die amerikanischen Staatsschulden gigantisch gewachsen – ein Zeichen für Mißwirtschaft.
-       Das Skandalgefängnis Guantanamo wurde entgegen Obamas Versprechen nicht geschlossen.
-       Obama hat die ruinöse Infrastruktur der USA nicht saniert.
-       Obama kümmerte sich wenig um die Millionen Globalisierungsverlierer. Sie wählten Trump.
-       Unter Obama starben zahlreiche Menschen durch Drohnenangriffe.
-       Unter Obama stieg der US-Waffenexport – ein Hohn auf den ihm verliehenen Friedensnobelpreis.
-       Obama-Care scheiterte an seiner durchgehenden Haltung, mit seinen politischen Gegnern keine Kompromisse zu schließen. Er war kein Brückenbauer, kein Versöhner ‒ ein letztlich stets aufs Scheitern angelegtes Defizit im politischen Geschäft.
Mit seiner rhetorischen Sonderbegabung stilisierte er sich zum Heilsbringer, umschwärmt von der Mehrheit der Medien (weltweit). Wer die Antrittsreden genau las, konnte ahnen, was auf uns zukommen würde.
© Univ.-Prof. Dr. E. Dauenhauer. Aus: www.walthari.com
 
 
 
 
4. November  2013
Obama-GAU
Von Univ.-Prof. Dr. E. Dauenhauer 
 
Man muß es den euphorischen Naivlingen unter den Zeitgenossen immer wieder unter die Nase reiben, damit sie ihren Versäumnisgeruch…
Kurz nach der ersten Wahl Obamas zum US-Präsidenten (2008) war in diesem Walthari-Portal die scheinbar gewagte Prognose zu lesen: »Obama wird scheitern.« Alle Welt und auch die meisten Medien waren begeistert vom lässig sich gebenden »Hoffnungsträger«, der die verhaßte Bush-Ära vergessen lassen wollte. Da war es schon kühn, gegen diesen Meinungs-Tsunami zu behaupten: Dieser »zum Visionär und Erlöser hochstilisierte neue US-Präsident« werde »den Westen in eine schlimme Zukunft führen«. Indizien dafür ergaben sich aus der Struktur- und Sprachanalyse seiner Reden, die als rhetorische Kostbarkeiten bis heute gelten.
Die Realitäten haben die Prognose bestätigt: US-Drohnen töten…; Obama, der Friedensnobelpreisträger, benimmt sich als Kriegsherr schlimmer als…; Obama mißbraucht die US-Notenbank und treibt die Staatsverschuldung mit über 17 (siebzehn) Billionen US-Dollar…
Und zu alldem der neue Obama GAU: Seine Geheimdienste spähen alle Bürger, Behörden, Unternehmen und sogar Regierungsspitzen aus. Das sind millionenfache kriminelle Akte, für deren Bestrafung sich endlich…
Wo sind sie geblieben, die Obama-Bewunderer und Claqueure? Am 8. November 2008 wurde in diesem Walthari-Portal unter der Überschrift ›Deutsche Jubelaltärchen zum Obamakult‹ die schwarze Zukunft … Mehrere Warnungen folgten, so am 20. Januar 2009, am 5. September 2009, am 17. Oktober 2009, am…
Notabene: Die raffiniertesten Vertuscher, Beschöniger agieren…
© Walthari®  Aus: www.walthari.com
 
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