Walthari
 
 

Erinnerte Texte



 
21. Februar 2017
 
Wiedergelesen und bestätigt
 
8. November 2008
 
Deutsche Jubelaltärchen zum Obamakult
Von Univ.-Prof. Dr. E. Dauenhauer
 
In den letzten Tagen hätte man in Deutschland glauben können, das Land sei einer der Gliedstaaten der USA. Waren schon die Zehntausende in Berlin, die vor Wochen der dortigen Wahlrede Barack Obamas zujubelten, als sei er als Heilsbringer ein Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten (vgl. die Glosse in diesem Walthari-Portal), so zelebrierten hierzulande seine Verehrer anläßlich der Präsidentenwahl in den USA einen Obamakult, der religiöse Züge annahm. Deutsche Fernsehsender lieferten dazu in der Nacht nach der Wahl die Medienliturgie. Um 3.49 Uhr brachte der ARD-Korrespondent Claus Kleber sein schon stundenwährendes Glücksgefühl zum Ausdruck. Das mediale Rauschen erreichte in der ›Zeit‹ vom 6. November 2008 den Höhepunkt: Die ersten vier Seiten dieses großformatigen Blattes, dessen einstiger Chefredakteur vor und bei der Wiedervereinigung eine so trennungsverliebte Figur gemacht hatte, reservierten die Hamburger dem politischen Erlöser aus den USA. Weihrauch allerorten, von Flensburg bis Regensburg, von Mainz (ZDF) bis Hamburg (ARD). Lobgeschmückte Altärchen soweit das Auge reichte. Wird Obamas Konterfei demnächst auch in deutschen Amtsstuben hängen? In manchen Redaktionsstuben schaut die dunkelhäutige Ikone wohlwollend lächelnd auf die Textmaschinen.
 
Dabei würde sich ein genaueres Hinschauen, Lesen und Hören durchaus lohnen. Schon die Analyse der Berliner Obamarede ergab: eingeübte Allgemeinplätze und Klischees umknäuelten das wenige Authentische und Originale. Von einer amerikanischen Wahlrede auf deutschem Boden war nicht mehr zu erwarten. Aufschlußreicher liest sich Obamas Chicagorede nach der Wahlnacht. Dort heißt es u.a.: »Wenn es da draußen irgend jemand gibt, der noch zweifelt, dass Amerika ein Ort ist, wo alles möglich ist, der sich noch fragt, ob der Traum unserer Gründer heute lebendig ist, der die Stärke unserer Demokratie in Frage stellt, er hat heute eine Antwort bekommen.« Amerika als ein »Ort, wo alles möglich ist«, fungiert hier nicht mehr als Floskel in einer Wahlrede, es handelt sich um den Leitsatz in der Siegesrede. Diese visionäre Gesinnung paßt zum Erlöserimage, sollte aber den historischen Kosten und den zu erwartenden Risiken gegengerechnet werden. Das Ergebnis verspricht wenig Erfreuliches, wenn man nüchtern analysiert. Denn trotz aller in der Siegesrede zugestandenen Schwierigkeiten ist zu befürchten, daß unter der abgehobenen Vision die Realitäten falsch eingeschätzt werden. Visionäre haben in der Geschichte die verheerendsten Schäden hinterlassen, nicht nur im Falle Napoleons. Der Ablauf gleicht sich in allen Fällen aufs Haar: (1) Kultisch übersteigerte Begeisterung und Verehrung am Anfang, (2) überzogene Erwartungen, (3) ›historische‹ Ausgriffe und Übergriffe und (4) schließlich Implosion mit epochalen Schäden.
 
Obama wird kultisch verehrt, daran besteht kein Zweifel. Man stellt an ihn Erwartungen, die er nicht erfüllen kann, denn Politik ist keine religiöse, sondern eine pragmatische Angelegenheit, die geduldig, nüchtern und meist nur in kleinen Schritten voranzubringen ist. Visionäre gehören ins religiöses Fach. In der Politik rechnen sie zu den Risikokandidaten.
 
Die ersten beiden Stationen des immer gleichen politischen Visionsgeschäfts sind bei Obama bereits Realität. Auch deutsche Kultanhänger haben ihr Scherflein dazu beigetragen. Man darf gespannt sein, wie es weitergeht. Mit ›historischen‹ Ausgriffen und Übergriffen ist man in den USA, als globale Supermacht, durchaus schon vertraut. Sie unter Obama künftig auszuschließen paßt nicht zu dem enormen Erwartungsdruck, der nicht allein binnenamerikanisch nach Ventilen sucht und suchen kann. Allein schon in den Fällen der Finanzkrise und der bestehenden kriegerischen Verwicklungen existieren Probleme, die auf visionärer Ebene nur unter höchster Implosionsgefahr zu lösen sein werden. Mal sehen, wie die Wendemanöver in der ›Zeit‹ und in den anderen Jubelmedien ausfallen werden. Denn heute schon kann man sagen: Ob visionär oder pragmatisch, hinter dem Problemberg wartet die Ernüchterung. Und mit dieser können sich Visionäre am wenigsten anfreunden.
Copyleft nur unter Angabe der Quelle: www.walthari.com
 
 
 
21. Februar 2017
 
›Obama wird scheitern‹ lautete der Tenor
des ersten Walthari-Eintrags vom 8. November 2008

Ein Rückblick ‒
 
Zu diesem Schluß kam ich, als ich den Text der ersten Obama-Rede las. Der von den Medien und von seinen Anhängern euphorisch gefeierte, neue US-Präsident bot ein rhetorisch geschickt inszeniertes Blendwerk voller unerfüllbarer Visionen. Er beschallte den öffentlichen Raum weltweit mit einem Illusionswerk. Man mußte wahrlich kein Hellseher sein, um seine Bauchlandung vorherzusehen. Denn Politik besteht weitgehend aus harter Kärrnerarbeit, um die vielen Stellschrauben und die hartnäckigen Fakten und Widerstände wenigstens etwas in die gewünschte Richtung zu bewegen. Visionäre suchen dieses politische Geschäft großgestisch zu überspielen. Hier einige Fakten:
-       Unter Obama sind die amerikanischen Staatsschulden gigantisch gewachsen – ein Zeichen für Mißwirtschaft.
-       Das Skandalgefängnis Guantanamo wurde entgegen Obamas Versprechen nicht geschlossen.
-       Obama hat die ruinöse Infrastruktur der USA nicht saniert.
-       Obama kümmerte sich wenig um die Millionen Globalisierungsverlierer. Sie wählten Trump.
-       Unter Obama starben zahlreiche Menschen durch Drohnenangriffe.
-       Unter Obama stieg der US-Waffenexport – ein Hohn auf den ihm verliehenen Friedensnobelpreis.
-       Obama-Care scheiterte an seiner durchgehenden Haltung, mit seinen politischen Gegnern keine Kompromisse zu schließen. Er war kein Brückenbauer, kein Versöhner ‒ ein letztlich stets aufs Scheitern angelegtes Defizit im politischen Geschäft.
Mit seiner rhetorischen Sonderbegabung stilisierte er sich zum Heilsbringer, umschwärmt von der Mehrheit der Medien (weltweit). Wer die Antrittsreden genau las, konnte ahnen, was auf uns zukommen würde.
© Univ.-Prof. Dr. E. Dauenhauer. Aus: www.walthari.com
 
 
 
 
4. November  2013
Obama-GAU
Von Univ.-Prof. Dr. E. Dauenhauer 
 
Man muß es den euphorischen Naivlingen unter den Zeitgenossen immer wieder unter die Nase reiben, damit sie ihren Versäumnisgeruch…
Kurz nach der ersten Wahl Obamas zum US-Präsidenten (2008) war in diesem Walthari-Portal die scheinbar gewagte Prognose zu lesen: »Obama wird scheitern.« Alle Welt und auch die meisten Medien waren begeistert vom lässig sich gebenden »Hoffnungsträger«, der die verhaßte Bush-Ära vergessen lassen wollte. Da war es schon kühn, gegen diesen Meinungs-Tsunami zu behaupten: Dieser »zum Visionär und Erlöser hochstilisierte neue US-Präsident« werde »den Westen in eine schlimme Zukunft führen«. Indizien dafür ergaben sich aus der Struktur- und Sprachanalyse seiner Reden, die als rhetorische Kostbarkeiten bis heute gelten.
Die Realitäten haben die Prognose bestätigt: US-Drohnen töten…; Obama, der Friedensnobelpreisträger, benimmt sich als Kriegsherr schlimmer als…; Obama mißbraucht die US-Notenbank und treibt die Staatsverschuldung mit über 17 (siebzehn) Billionen US-Dollar…
Und zu alldem der neue Obama GAU: Seine Geheimdienste spähen alle Bürger, Behörden, Unternehmen und sogar Regierungsspitzen aus. Das sind millionenfache kriminelle Akte, für deren Bestrafung sich endlich…
Wo sind sie geblieben, die Obama-Bewunderer und Claqueure? Am 8. November 2008 wurde in diesem Walthari-Portal unter der Überschrift ›Deutsche Jubelaltärchen zum Obamakult‹ die schwarze Zukunft … Mehrere Warnungen folgten, so am 20. Januar 2009, am 5. September 2009, am 17. Oktober 2009, am…
Notabene: Die raffiniertesten Vertuscher, Beschöniger agieren…
© Walthari®  Aus: www.walthari.com
 
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