Walthari


Kritisches Journal zur Polit-Drangsal

 


31. März 2011

Wo bleibt der Aufstand 
gegen die ausbeuterische Transferunion?

Von Univ.-Prof. Dr. E. Dauenhauer 

Im Vergleich zu den schweren Belastungen für den deutschen Steuerzahler, welche die gerade verordnete Euro-Transferunion bewirkt,  nehmen sich alle anderen Protestanlässe geradezu als provinziell aus. Was wiegt schon ›Stuttgart 21‹, über Monate für Zehntausende ein Ärgernis, gegen den gigantischen Euro-Krisenfonds, der Deutschland für 163,3 Milliarden Euro in Haft nimmt und mit rd. 22 Milliarden sofort zur Kasse zwingt!

Wo bleibt der Aufschrei der Medien und Verbände, da nun vor aller Augen deutsche Interessen kurzerhand und ohne Not geopfert werden? Der 24. März 2011 ist für Deutschland als schwarzer Währungstag zu vermerken. An diesem Tag beschlossen die siebzehn Staats- und Regierungschefs der Eurozone die Transferunion mit einem Fondsvolumen von 700 (siebenhundert) Milliarden Euro. Davon muß Deutschland 27,15 Prozent schultern, weit mehr als dreizehn (!) kleinere Länder zusammen. Und das ist noch lange nicht die Grenze der Belastung. Denn die hehren Grenzmarkierungen der Merkel-Schäuble-Politik sind heiße Luft, wie die Vergangenheit gezeigt hat. 

Grausamer noch: Der Rettungsschirm kann die Strukturschwächen des Euro nicht heilen. Daher wird er, besonders für Deutschland, »zu einem Faß ohne Boden« (L. Gerken vom ›Centrum für Europäische Politik, Freiburg). Gezahlt wird in einen Fonds perdu, ganz nach französischem Hegemonialgeschmack. Wie auch in anderen Fällen treibt der napoleonisch forsche Sarkozy die prinzipienschwache Bundeskanzlerin vor sich her. Ganz offen halten französische Finanzgewaltige ein ewig transferbelastetes Deutschland für gerechtfertig (vgl. Handelsblatt v. 9. Febr. 2011, S. 8 f.). 

Am grausamsten: Unter dem ablenkenden Medienlärm um Fukushima, um Libyen und während der letzten Landtagswahlen ließ die Merkelregierung den Abenteuerfonds ESM (Europäischer Stabilitätsmechanismus) hindurchschlüpfen. Finanzminister Schäuble erweist sich dabei als williger Ausverkaufshelfer, da er, so wird spekuliert, als großer Europäer in die Geschichte eingehen will. Und nicht wenige Medien spielen mit. 

Wo bleibt der Aufstand, wenn heute schon feststeht, daß Griechenland, Portugal, Spanien, Irland und bald auch Frankreich den ESM »dauerhaft in Anspruch nehmen« werden (L. Gerken) und den deutschen Aderlaß noch steigen läßt? Die Wortbrüche von Frau Merkel sind die beste Risikoabwehr für die bedienten Länder. 

Alle Warnungen von Ökonomen, auch von der EZB und der Deutschen Bundesbank wurden in den Wind geschlagen. »Unter den jetzt geschaffenen Bedingungen hätte die Ablösung der Deutschen Mark durch den Euro keine Chance gehabt«, befindet der ›Kronsberger Kreis‹. Im Klartext: Deutsche Politiker haben ihre Landleute in einer existenziellen Frage hinters Licht geführt. Kann es noch schlimmer kommen? Ja, es kann, denn…
© WALTHARI® – Aus: www.walthari.com  

Immer daran denken: Geheimdienste lesen mit.