Walthari



 

Grundsatztexte

 

 

 18. April 20187
 
Der Papst-Franziskus-Code
Anti-Multikultis gegen Ambivalenzler
Von Univ.-Prof. Dr. E. Dauenhauer
 
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Mit diesem Grundsatztext soll auf eine der gefährlichsten Ideologien unserer Zeit hingewiesen werden. Ihre zur Praxis gewordenen Auswirkungen sind verheerend. Die Ideologie agiert unter den Bezeichnungen Ambivalenz oder Mehrdeutigkeit, Vielfalt oder bunte Verhältnisse. Sie zieht kulturvergessene Menschen magisch an und favorisiert Multikulturalität, die in Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, kurz: in allen Lebensbereichen in hohem Ansehen steht und vergessen läßt (verdrängt), daß, ohne Differenzblick, die gewaltige Opferbilanz  jede kulturelle Identität im Kern trifft.
 
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Die Kunst der Unterscheidung ist hier von besonderer Bedeutung. Multikulturelle Verhältnisse sind in Elitenbereichen ein Segen. Ob Forschergruppen, Konzertmitglieder oder Künstlergruppen – hier arbeiten Eliten nach strengen Regeln zusammen und beflügeln sich gegenseitig. In einem Orchester musizieren Instrumentalisten verschiedener Herkunft, sie verständigen sich auf hohem Niveau und unterwerfen sich der Interpretation des Dirigenten. Der Fehler der multikulturellen Ideologie besteht darin, diese stark regel- und bildungsgebundenen Sonderbereiche zum allgemeinen gesellschaftlichen Musterfall zu erklären. Da die beiden wichtigsten Voraussetzungen (Regelstrenge und hohe Bildung) dafür fehlen, sind historisch sämtliche multikulturelle Gesellschaften auf längere Frist gescheitert. Was in wirtschaftlich guten Zeiten noch funktioniert, artet in schlechten Zeiten in schwere Konflikte aus, Mord, Totschlag und Vertreibung eingeschlossen. Der Befund ist historisch hundertfach gut belegt und kann in der Gegenwart in Dutzenden Ländern anschaulich besichtigt werden: auf dem Balkan, im Nahen Osten, auch in Frankreich und in zahlreichen afrikanischen Ländern. Die multikulturellen Opferbilanzen in der Geschichte und Gegenwart fallen erschreckend hoch aus. »Alles so schön bunt hier« - ein zynischer Werbespruch angesichts der schlimmen Fakten. Bereits 1993 habe ich in der Publikation ›Kultur- und Kunstökonomie‹ den Sachverhalt ausführlich beschrieben (Walthari-Verlag / Walthari-Magazin, S. 43 ff.).
 
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Trotz der schlimmen Befunde wird Ambivalenztoleranz wissenschaftlich zu salvieren versucht…
© Walthari®,  ausgenommen die Originalzitate. Aus: www.walthari.com
 
Fortsetzung folgt.




31. Dezember 2012
 
Angst als Mittel der Politik
Von Univ.-Prof. Dr. E. Dauenhauer

Angst als Mittel der Politik ist das wirksamste Instrument der Macht-Haber, wirksamer als Haß, Vorurteile u.a. Es handelt sich um eine anthropologische Konstante, die beim Gang der Evolution das Überleben mitsichern half, neben dieser Funktion aber auch verheerende Effekte auslösen konnte und immer noch kann. Irenaus Eibl-Eibesfeld und Christa Sütterlin haben dem Doppelphänomen ein ganzes Buch gewidmet (›Im Banne der Angst. Zur Natur- und Kunstgeschichte menschlicher Abwehrsymbolik‹, München 1992). Die evolutionäre Kollektivgeschichte der Angst hat nach Jahrtausenden genetische Spuren hinterlassen, Dispositionen, die vom Säuglingsalter an aktiviert werden (Verlust der Mutternähe) und vermutlich schon bei der Geburt traumatische Spuren hinterlassen (Verlust der Geborgenheit im Mutterleib). Die individuelle Angstgeschichte macht in der Kindheit weiter Karriere; denn selbst bei einer sog. behüteten Kindheit gehören Angsterlebnisse zum Programm des Heranwachsens. Im Jugend- und Erwachsenenalter kommen neue Ängste hinzu. Besonders zentriert treten sie in der Pubertät und später bei sog. Lebenseinschnitten auf (Arbeitslosigkeit, Scheidung u.a.).

Individuelle Ängste können sich zu kollektiven Trends summieren und zu hochenergetischen Effekten führen. Die Geschichte liefert dafür unzählige Beispiele. Die Skala reicht von Weltuntergangsängsten, die Menschen in den Tod trieben, bis zu Ängsten vor Klimakatastrophen und Geldverlust (Inflationsängste). 
Aus alledem läßt sich ableiten: Der Mensch lebt mit einer ständigen Angstbereitschaft, die genetisch disponiert, lebensgeschichtlich ›ernährt‹ und kollektiv ständig am Leben erhalten wird. 

Dieses Menschenbild hatten und haben gelernte Macht-Haber stets vor Augen: Sie spielen auf der Angstklaviatur wie ein Virtuose auf dem Klavier. Mittelalterliche Theologen hielten die Menschen mit Höllenängsten in Schach; Diktatoren aller Zeiten schürten Ängste, um ihre Macht zu erhalten. Aber auch politische Parteien in Demokratien beherrschen das Angstspiel perfekt. Raffiniert befeuern sie Terrorängste, Altersarmutsängste usw., um über Gesetze und Wahlverhalten Ihre Machtbasis zu sichern. Die Angst vor Seuchen, Waldsterben u.v.m. werden »«zu existenziellen Krisen hochstilisiert…, um genügend Angstpotenzial zu entwickeln, damit sie von den Regierenden zur Lenkung der Massen, Bildung der politischen Meinung und letztlich zum Geldverdienen genutzt werden können« (Schulze, H., in: ›Universitas‹, Heft 9/2011, S. 81). 

Mit dem Angstcode ›9/11‹ hält man die USA permanent auf Panikniveau. In Deutschland übernimmt das Dauerschüren der ›Angst vor rechter Gewalt‹ diese Rolle. Es hilft wenig, daß ein ehemaliger Generalbundesanwalt faktennüchtern dagegenhält (SWR-Interview vom 27. Dez. 2012); den Angstschürern geht es um Wahlverhalten und Quoten (bei den Medien), nicht um die wahre Lage. Raffinierter treiben es Politiker vom Schlage…
© WALTHARI® – Aus: www.walthari.com


5. Januar 2011

Politik frißt das Politische
Univ.-Prof. Dr. E. Dauenhauer 

Wieder einmal ruft »die deutsche Wirtschaft« nach Zuwanderern, um den Fachkräftemangel beheben zu können.

Der Ruf setzt auf Vergessen oder Volksverdummung. Er will entweder die schlimmen, bis heute anhaltenden Folgen der Zuwanderungswellen ab den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts vergessen machen. Man hatte Hunderttausende ›Gastarbeiter‹ ins Land geholt, um sie, wenn man sie nicht mehr brauchte, ins Sozialsystem auf Kosten des Steuerzahlers abzuschieben. Wenn bis heute rd. 40 Prozent aller Hartz-IV-Empfänger Immigranten sind, ist das eine dieser schlimmen Folgen. 

Oder aber es geht um Volksverdummung: Sie ist darin zu sehen zu unterschlagen, daß der Fachkräftemangel selbstverschuldet ist. Die »deutsche Wirtschaft« gilt als eine der Hauptantreiberinnen des sog. Bologna-Prozesses, welcher der Facharbeiterausbildung (im Dualen System) systematisch und massenhaft Humankapital entzieht, indem immer mehr junge Menschen in die Hochschulen gelockt werden, wohin ein Großteil mangels Studierfähigkeit nicht gehört. Dadurch hat sich die Qualifikationsstruktur der jungen Generation weg von wirtschaftspraktischen Kompetenzen, wie sie in der Betriebslehre vermittelt werden, hin zu akademischem Modulwissen entwickelt, das auch im Bachelorformat nicht berufsanschlüssig ausfällt. Wozu sonst die teuren Einschulkurse für Hochschulabsolventen in der Wirtschaft? 

Was hier ansteht, ist ein klassischer Fall von Verdrängung des Politischen durch verlogene Politik. Das Politische zielt auf die Kategorienebene politischen Zusammenlebens, das auf Universalien ausgerichtet sein muß, wenn es stattfinden soll. Zu den politischen Kategorien gehören Basislegitimation (direktdemokratische Elemente nicht nur als Zierrat), verantwortungsethische Sanktionen (wer entscheidet, muß auch die Folgen tragen) u.a.m. In meiner Veröffentlichung ›Aktive Bürgergesellschaft in einem gebändigten Staat‹ (2007) habe ich den Sachverhalt erläutert.

Im Unterschied zum Politischen setzt Politik auf Taktik, Halbwahrheiten, Symbolhandeln, Volksverdummung usw. Die demokratische Basis wird weitgehend abgekoppelt, um windige Politikerpolitik und Wirtschaftlerpolitik machen zu können. Nach Carl Schmitt tötet so die Politik das Politische (vgl. Quelle oben, S. 113 ff.). Dieser antidemokratische Prozeß findet gerade in besonders perfider Version beim Thema Fachkräftemangel statt. Horst Seehofer, bayerischer Ministerpräsident, sagt hierzu ausnahmsweise mal treffend: »Wir dulden es nicht, wenn unter dem Deckmantel des Fachkräftemangels billige (d.h. ungelernte) Arbeitskräfte nach Deutschland geholt werden, die dann später in unseren Sozialsystemen landen« (in ›Bild am Sonntag‹ v. 2. Januar 2011). Wirtschaftlicher Eigennutz »der deutschen Wirtschaft« auf Kosten des Gemeinnutzens – ein bekanntes Muster.

Der Fall läßt sich verallgemeinern. Auf allen gesellschaftlichen und sogar kulturellen Feldern findet, anthropologisch bedingt, eine Verdrängung der Kategorienebene durch die Funktionsebene statt. Hauptsache, es funktioniert, will sagen: egoistische Partialziele werden erreicht. Auf dieser Ebene tummeln sich seit je abenteuerliche Gestalten. Wölfe im Schafspelz. Ob Fachkräftemangel, Gerechtigkeitslücke u. ä. – mit solchen Schutzvokabeln betreibt die Funktionselite ihr Geschäft und blendet das Publikum. 

Die WALTHARI-Beiträge in diesem Portal zielen seit 1998 darauf ab, die Funktionsbetreiber in Politik, Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft, im Sport usw. zu demaskieren. Der Kampf findet zwischen dem Schelling’schen Grund und Abgrund einerseits und den Myriaden von Funktionsprogrammen statt. Ohne lebensphilosophische Verwurzelung ist dieser Kampf…
© WALTHARI®  – Aus: www.walthari.com
 



 
 

Erich Dauenhauer
 

Spannungsfeld 
Familie und Beruf 

Ein Breviar
für Führungskräfte
 
 
 

1999

WALTHARI

 
Aus dem Inhalt
  • Spannungsfeld Familie und Beruf
  • Divergierende Interessen und Anforderungen 

  • von Familie und Beruf
  • Rollenvielfalt, Rollenwahrnehmung, Rollen-»Spiele«
  • Zentrale Engpässe im Konfliktmanagement
  • Partnerkonzepte im Ensemble unterstützender Faktoren
  • Netzkonzepte als Klammer und Hilfsmittel
  • Sinnkonzepte: Bedeutung, Dimensionen, Erfolgsfaktoren
  • Vertrauenskultur: das stabilste Fundament im Spannungsfeld
  • Erwartungen und Visionen
  • Familie und Beruf als besondere Herausforderung des Zeit- und Persönlichkeitsmanagements

  •  

55 Seiten, flexibler Einband
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 WALTHARI, Postfach 19, 66979 Münchweiler oder E-Mail:
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