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Sektion Wissenschafts- und Universitätspolitik


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Univ.-Prof. Dr. Erich Dauenhauer






 

Wirklichkeiten

im erkenntnisphilosophischen, energetisch-anthropischen Verständnis

  

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Zum Inhalt

Das Thema ›Wirklichkeiten‹ ist nicht nur wissenschaftsintern von größtem Interesse, es berührt ebenso das Verständnis von Politik, Wirtschaft, Medien, Pädagogik, kurz: es ist für alle Bereiche des Lebens bis in unsere alltäglichen Entscheidungen und Handlungen von Bedeutung. Wirklichkeiten »wachsen« evolutionär aus dem unerschöpflichen Fundus der Realitäten, die als Möglichkeitspotenzen vorgegeben sind. Wirklichkeiten sind immer nur partiell über vorgängige Muster, d. h. unter variablen Perspektiven zugänglich und nicht beliebig manipulierbar. Sowohl die Quantentheorie als auch das anthropische Prinzip legen ein Wirklichkeitsverständnis nahe, das unsere alltägliche Erfahrung übersteigt.

21 Seiten  /  Direktpreis: 8,- Euro zzgt. Versandkosten


 

Erich Dauenhauer
 
 
 
 

Die Universität
als
Lebensform
und Reformopfer

Eine Bilanz nach 
zweiunddreißig Lehrstuhljahren 
 
 
 
 

2002
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Einführung

Wer als Universitätslehrer auf fünfundsechzig Semester zurückblicken kann, darf sich wohl Urteile über eine der ältesten, zugleich komplexesten und sensibelsten Institutionen der abendländischen Kultur erlauben – mit aller Vorsicht und Differenzierung natürlich, wie es einem Homo scientiae geziemt. Zwar konnte ich meine Erfahrungen lediglich an einer vergleichsweise kleinen Hochschule in der (pfälzischen) Provinz sammeln, aber selbst die bukolische Weinlandschaft vor den Toren meiner Alma Mater hat eifernde Reformer nicht davon abhalten können, das universitäre Leben immer wieder in Schieflagen zu bringen. Eine Universität, die sich ihrer geschichtlich gewachsenen Strukturidee und ihres verfassungsrechtlich geschützten Auftrags bewußt ist, hat nichts notwendiger als wache und mutige Hochschullehrer, die wissen, daß es nicht genügt, nur exzellente Forschung und Lehre betreiben zu wollen. Ist doch die deutsche Universität seit ihren Anfängen im 15. Jahrhundert ein ständiges Objekt wissenschaftsfremder Begierden von innen und von außen – heute mehr denn je. Innerhalb ihrer Mauern sind der Gremienbetrieb, die Quotenprivilegien, die zentralistische Verwaltung und der Ämterehrgeiz mancher Wissenschaftler ihre größten Feinde. Von außen fühlt sich die Gemeinschaft der Lehrenden und Lernenden gesetzlich und ideologisch so sehr eingeschnürt, daß sie ihre originären Aufgaben, nämlich Erkenntnisgewinnung und -vermittlung sowie Persönlichkeitsbildung, zum betriebswirtschaftlichen Durchlaufproblem von Massen verkommen sieht. Den Großbetrieb namens Universität halten Kapazitätsverordnungen, detaillierte Studien- und Prüfungsordnungen, Evaluationspraktiken und zahlreiche andere Vorgaben in Atem – sichtlich zum Wohlgefallen vieler Universitätspolitiker in Verbänden, Parteien, Parlamenten und Ministerien, die primär anderes im Sinn haben als die Pflege der Wissenschaften. Weder die inneruniversitären Funktionäre und Quotenüberwacher noch die externen ›Reform‹-Antreiber werden je begreifen, was Wissenschaft als ethosgeleiteter Beruf (Max Weber) bedeuten kann und welche Bildungschancen sie der studierenden Jugend durch wuchernden Reformeifer vorenthalten. Vornehme Zurückhaltungen der berufenen Vertreter der Wissenschaft sind völlig fehl am Platz... 

Landau, Wintersemester 2002/03

209 Seiten, Fadenbindung, flexibler Einband / Direktpreis: 24,- Euro zzgl. Versandkosten

Inhaltsverzeichnis

Einführung 9
Binnenleben - Universitäres Leben: Selbstverständnis 
und akademische Spiel-Regeln 11
Universitäres Selbstverständnis? 11 ? Gemeinschaft der Lehrenden 
und Lernenden 11 – Selbstbehauptung des Geistes 12 - Kulturelle Bar?
barei 12 – Akademische Spiel-Regeln 13 – Emergentes Großunternehmen 13 – Kollegialitätsprinzip 14 – Mitbestimmung 15 - Reformtagungen 16 – Einheit von Forschung und Lehre 16 – Universitas 17 – Universität und Staat 18 – Zynischer Geist 20 – Akademischer Klein-Bürger 20 – Jobmentalität 20 – Wehmütige Erinnerung 21 – Grußworte und Prominentenreden 23 – Talarzynismus 23

Zwischentext 1
Zur Humboldt’schen Bildungs- und Universitätsidee 25

Autonomie - Gefesselte Wissensriesen: Wie autonom 
sind noch Universitäten? 28
Faktische Autonomiebeschränkung 28 - ›Undemokratische‹ Wissenschaft? 28 – Gibt es eine Alternative zur Budgetierung? 28 - ›Schließt die Hochschulreferate!‹ 29 - Deklaration 30 – Teilautonome Universitäten 30 – Vertreibung der Eliten 31 – Leistungsbezogene Finanzdotierung 31 – Unter Ahnungslosen 32 – Wissenschaftsverlierer 32 – Hochschulen als Wissenskonzerne? 33 – Finanzautonomie und Sponsorenblindheit 33 – Arbeitsklima 34 – Mentaler Autonomieverlust 35 – Gesetz der Wissenschaft 35 

Zwischentext 2
Nietzsches Bildungs- und Universitätsverständnis 36

Studieninhalte - Dringliche Erwartungen: 
Wissensgebote und Erkenntnispfade 43
Lehrangebot und späteres Berufsfeld 43 – Strukturlernen 44 – Pfade durch’s Wissensdickicht 44 – Harte Fächer, weiche Fächer? 45 – Inhaltsbeschwörung des Wissenschaftsrats 46 – Lehrfreiheit vor Firmenschutz 47 – Studium generale 48 – Unternehmerisches Denken? 48 – Potemkinsche Blendwerke 49

Zwischentext 3
Max Weber: Akademisches Leben - »ein wilder Hasard« 50

Studienabschlüsse - Masterblüten: Akademische 
Titelwirtschaft  55
Diplom und Magister ade? 55 – Ministerielle Aushebelungen 56 – 
Vom Abitur zum Aditur 57 – Studienabbrecher 57 – Zielvereinbarungen 58 – Gleichwertigkeit als Inhaltsschimäre 58 – MBA-Schelmereien 59 – Entprofessionalisierte Lehramtsstudiengänge 59 – Getürkte Europafähigkeit 62 

Zwischentext 4
Eleganter Unsinn: Über wissenschaftliche Scharlatanerie 63

Reformen - Meist schneidiger Aktivismus: 
Die Universität als Reformopfer 65
Warum universitäre Großreformen meist scheitern 65 – Grundpfeiler einer fortwirkenden Universitätsreform 67 – Personalstruktur und -status 68 – Kleine Änderung mit großer Wirkung 69 – Statthaltertum 69 – Eulenspiegeleien 70 – Landesherrlich 70 – Jahresberichte des Präsidenten 71 – Hochschulrektorenkonferenz 71 – Reformsaldo 72 - Lehrstück für Reformopfer 72 – Alt bleibt neu 73 – Syndikalistische Großreformer 74 – Dezentralisierung 75 - »Feinde der Universitäten« 76

Zwischentext 5
Didaktische Überdosis: Der Furor pädagogischer Fürsorge 77

Evaluation - Mit der Meßlatte unterwegs: Qualitätsmanagement in Forschung und Lehre 81
Was evaluierbar ist 81 – Evaluations-›Industrie‹ 82 – HRK-Evaluationsideen 83 – Unerwünschte Evaluationseffekte 83 – Bildungscontrolling 84 – Die Vorlesung als Fertiggericht 84 - »Gar nicht erst ignorieren« 85 – Studentische Lehrwünsche 85 – Ansehens-Messungen 86 – Sancta ira doctrinae 87 – Lehranreize 88 – Diener seines Faches 88 – Lehrberichte 89 – Wer rettet die Wissenschaft vor REFA-Experten? 89 – Lehrportfolio 90 – Gymnasialisierung der Universitäten 90 – Hochschulreformpapiere 92 – Bummel-Studium 92 - Folienprofis 93 – Merkmale guter Lehre 93 

Zwischentext 6
Die Vorlesung: Ein akademischer Meisterpfad jenseits 
der Ächtung 95

Professoren - Oh je, die liebe Kollegenschaft: 
Professoren zwischen Ängstlichkeit und Pflichterfüllung  100
Professorenschelte 100 – Libido sciendi  101 - Professorenberatung 103 – Präsenzpflicht 104 - ›Pisa‹-Professoren 105 – Werden Professoren durch Drittmitteleinwerbung kriminalisiert? 107 – Wissenschaftsfreiheit 108 – Betrogene Studenten, genarrte Professoren 111 – Promotionsnavigator 112 – Ambulante Lehre 112 – Hausberufungen 113 – Wundersame Lehrstuhlvermehrung 113 – Grauenvoll 114 - Seniorprofessoren 115 – Emeritusschweif 115

Zwischentext 7
Innovationsüberlastung: Ein reformskeptisches Erinnerungsstück 116

Mittelbau - Wackere Helfer: Betrachtungen zum Mittelbau 119
Uni-Flüchter 119 – Förderung und Fürsorge 119 – Institutsstil 120 – Hurtiger Corpsgeist 121 – Schlechte Manieren 122 – Mitarbeiter und Nestflüchter 122 - »Von des Orts Beschaffenheit zu Universitäten« 123

Zwischentext 8
Radikalkur: »Schafft die staatlichen Universitäten ab!« 124

Studierende - Strebsame Luxusgeneration: 
eine bildungspolitische Manövriermasse 127
Studentsein heute 127 – Der Student als Universitätskunde 127 – Hochschul-Reife? 128 – Zum Studentenbild der Professoren 129 – Der Teilzeitstudent 129 – Animationsklima 130 – Stipendiennot 130 – Studiengebühren 131 – Mehr Maus als Buch 132 – Der Wohnort der Großmutter als Auswahlkriterium 133 – NC-Bürokratisierung 133 – Ausländische Studenten 134 – Studieren in fremden Landen 135 – Kriminalistische Suchmaschinen 135 – Gewalt und Disziplin 136 – Arbeitgeberklagen 137 – Hochschulen als arbeitsmarktpolitische Parkstation 138 – Seniorstudenten 138 

Zwischentext 9
Universitätsberater: Bestellte Legitimationsbereiter 139

Universitätsverwaltung  Mal so, mal so: 
Die Universität als Behörde 142
Gestufte Hochschulverwaltung 142 – Präpotente Verwaltung 143 – Verwaltungsvereinfachung 143 – Teilprivatisierung der Hochschulverwaltung 144 – Universitäres Sozialkapital 144 – Ängstliche Verwalter 146 – Basisferne 146 – Die HRK als Überverwalter 147

Zwischentest 10
Formelschön: »Der Capitalwerth des Menschen« 148

Imagepflege - Die Alma Mater am Schmink- und 
Spieltisch: Arbeiten am Mythos der Universität  150
Alma Mater? 150 – Bildverschönerungen 150 – Arbeiten am 
Mythos Universität 152 - 

Zwischentext 11
Sprachverlust heißt Erkenntnis- und Weltverlust: Muttersprachliche Defizite 155

Vermarktung - Die Mähr vom Elfenbeinturm: 
Universität und Gesellschaft  159
Universität und Beschäftigungssystem 159 – Marktanpassungen 160 – 
Universität als Teil der Ordnungspolitik 161 – Profilbildung 162 – Moderatorenmodell 163 - Kontaktstudium 163 – Subventionierte Wirtschaftskooperationen 163 – Wissensgesellschaft 164 – Pflicht zur Drittmitteleinwerbung 164 – Gemachte Wissenschaftler 164 – Universitäten als Mahner und Wegweiser 165 – Universität und Gesellschaft 166 – Wissenschaftstourismus 167 – Absolventenbücher 167 – Corporate Universities 168 – Gehorsamst zu Diensten 169

Zwischentext 12
Kategorialanalysen: ein einheitsstiftender Anker der 
Wissenschaften  170

Wissenschaftspolitik - Beste Grüße aus Amerika: 
Über universitäre Wissenschafts- und Fachpolitik 172
Universitäre Politikfelder und Durchgriffsorganisation 172 – Fürsorglichkeitsdiktatur der Hochschulpolitiker 172 – Zerbrochene Einheit der Wissenschaften  173 - Demokratisierungsideologien 174 – Jahresgutachten zur Lage der Universitäten 176 – Syndikalistische Aufräumer 176 – Fachidole 176 – Vergessene Disziplinmeister 177 

Literarischer Diskurseifer  Buchrezensionen 178

Abkürzungsverzeichnis  190
Literaturhinweise 192
Themeneinschlägige Veröffentlichungen des Verfassers 200
Stichwortverzeichnis 202

 


Erich Dauenhauer
 
 
 

Dreissig Jahre
Landauer Lehrstuhl
für
Wirtschaftswissenschaft 
und Didaktik der Wirtschaftslehre 
 
 

Ein Bericht über 
meine Universitätstätigkeiten
in den Jahren 1971 bis 2001
 
 
 
 
 
 
 

WALTHARI

 
     
    Aus dem Inhalt
     
  • Vorwort 
  • Das Inhaltsprofil der Wissenschaftsdisziplin »Wirtschaftswissenschaft und Didaktik der Wirtschaftslehre«
  • Forschungserträge in Monographien
  • Forschungserträge in Aufsätzen
  • Forschungserträge in Veröffentlichungen über Modellversuche
  • Forschungserträge in Gutachten
  • Auflistung der Lehrveranstaltungen vom Wintersemester 1971/72 bis einschließlich Wintersemester 2001/02
  • Universitäts- und fachpolitische Aktivitäten
  • Tätigkeiten in der Selbstverwaltung
  • Rechenschaftslegung in Jahresberichten des Instituts seit 1978
  • Berufsbildungspolitische Schwerpunktsetzung
  • Netzoffene Universität. Ein Internetforum zur Unterstützung der Lehre
  • Außenkontakte und Vorträge
  • Dokumentierung der akademischen Feier anläßlich des 60. Geburtstages
  • Universität in personalwirtschaftlicher Betrachtung. Skeptische Anmerkungen zur perennierenden Hochschulreform
  • Eine Wissenschaftsnische: Freies Nachdenken im Oberseminar
  • Von Revoluzzern, Reformern und Beauftragten. Erfahrungen aus drei Jahrzehnten
  • Denkgeschichtliche Erfahrungen auf lebensbiographischem Hintergrund
  • Stichwortverzeichnis

238 Seiten, flexibler Einband  / Direktpreis: 10,- Euro zzgl. Versandkosten

Link zur  Leseprobe:Vorwort



Leseproben
BWH 28 Dreissig Jahre Landauer Lehrstuhl

Vorwort
Rechenschaft abzulegen ist insbesondere dann angebracht, wenn das Arbeitsfeld von außen schwer durchschaubar ist und wenn öffentliche Mittel verwendet werden. Solche Offenlegungen sind an Universitäten erst in jüngster Zeit allgemeine Praxis, nachdem sie gesetzlich gefordert werden. Lange bevor diese Berichterstattungspflicht zur Regel wurde, hat die von mir geleitete wissenschaftliche Betriebseinheit (früher: Seminar Wirtschafts- und Arbeitslehre, heute: Institut für Wirtschaftswissenschaft und Wirtschaftspädagogik, IWW) freiwillig und umfassend Rechenschaft über ihre Arbeit abgelegt: Seit 1978 erscheinen regelmäßig Jahresberichte (vgl. Punkt 9), ergänzt um zwei Lehrstuhlberichte (Zwanzig Jahre Landauer Lehrstuhl, 1992; Fünfundzwanzig Jahre Landauer Lehrstuhl, 1996). 
Mit dem vorliegenden dritten Lehrstuhlbericht beschließe ich meine persönliche Rechenschaftslegung. Ich werde ihr einen universitätspolitischen Rückblick folgen lassen, der zum Zeitpunkt meiner Emeritierung (2003) erscheinen soll. Nahezu dreiunddreißig Jahre werde ich dann tätig gewesen sein – eine gewiß nicht allzu häufig vorkommende Zeitspanne im Kreis der Lehrstuhlinhaber, die bekanntlich viel zu spät diesen Status erreichen und viel zu früh (es ist politischer Wille) aus diesem Beruf gedrängt werden. Daß der Ersatz der Emeritierung durch die Pensionierung eine jener unsinnigen ›Reformstücke‹ der politischen Klasse ist, liegt offen zutage. Den zeitgeistbeflissenen Universitäts-›Reformern‹ wird freilich niemals verständlich zu machen sein, daß Laufbahndenken und Gelehrtenleben auf keinen gemeinsamen Wissenschaftsnenner zu bringen sind.
 

Landau, Ende Sommersemester 2001
Univ.-Prof. Dr. E. Dauenhauer